Offiziere und Mannschaften
René Ackermann, veröffentlicht am 17.09.2025
Allgemeines
Mit dem Bekleidungsreglement von 1869 wurde erstmals für alle Truppengattungen ein einheitliches Tschakomodell eingeführt. Der im Reglement als «konischer Hut» bezeichnete Tschako, wurde von Mannschaften und Offizieren sämtlicher Truppen und fast aller Stäbe getragen. Er löste den Tschako von 1861 ab und war etwas weniger hoch als dieser.
Der Tschako hatte eine konische, hinten etwas gewölbte Form und bestand aus wasserdicht-gesteiftem, schwarzem Filz. Er besass eine ringsum gehende steife Krämpe. Diese war vorne als Augenschirm und hinten als Nackenschirm ausgebildet und an den beiden Seiten schmal. Diese schmale Seitenkrämpe verhalf dem Hut zu seinem Spitznamen «Trottoirhut». Der Deckel und dessen Rand, sowie die Krämpe bestanden aus schwarzem, steifem Leder. Im Reglement wurde erwähnt, dass konischer Teil, Deckel und Krämpe aus einem einzigen Stück Filz geformt werden sollten. Aber schon im Nachsatz stand, dass man den Tschako auch aus diesen drei Teilen einzeln zusammen setzen könne. Diese dreiteilige Machart hat sich bewährt, Tschakos, welche aus einem einzigen Stück Filz bestehen sind praktisch inexistent.
Um den unteren Teil des Tschako-Tubus war ein 2,8 cm hohes Band aus schwarzem, gewichstem Leder gelegt. Der Schirm war vorne 4 bis 4,2 cm und hinten 3,8 bis 4 cm breit. Die vordere Höhe des Tschakos betrug 8,6 bis 9,3 cm, die hintere 10,6 bis 11,3 cm. Der Deckelrand war 1,5 cm hoch. Der Deckel hatte einen Durchmesser von 13 bis 13,7 cm. Das rund geschnittene Innenfutter hatte eine Höhe von 7 cm. Die schwarzen Kinnriemen waren innen, oben im Tschako befestigt, der linke Riemen war mit einer Metallschnalle versehen.
Der auf den Tschako gesteckte Woll-Pompon bestand aus einer Kugel mit einem Durchmesser von 3,8 cm. Die oben am Tschako angebrachte Kokarde hatte einen Durchmesser von 4 cm. Die Truppe trug eine in den Kantonsfarben bemalte Blechkokarde. Die Offiziere des eidgenössischen Stabes eine eidgenössische Kokarde aus Seide. Als Waffengattungsabzeichen diente entweder bloss eine Ganse, oder ein spezifisches Waffenemblem.
Die Nummer der Einheit oder des Bataillons war in einzelnen Ziffern direkt oberhalb des Augenschirms angebracht und 2,5 cm hoch. Die Metallfarbe von Ganse, Waffengattungsabzeichen und Nummer entsprach stets der Farbe der Knöpfe auf der Uniform.
Der Tschako der Offiziere entsprach demjenigen der Mannschaft. Er war jedoch von feinerem Filz. Die metallenen Garnituren auf den Offizierstschakos waren, obwohl im Reglement nirgends so erwähnt, zumeist versilbert oder vergoldet. Die bereits 1861 für die Feldmütze eingeführten Gradabzeichen wurden ab der Ordonnanz 1869 auch am Tschako getragen.
Diese Gradabzeichen präsentierten sich wie folgt:
Leutnant: 1 Streifen à 3 mm.
Oberleutnant: 2 Streifen à 3 mm.
Hauptmann: 3 Streifen à 3 mm.
Major: 1 Streifen à 8 mm.
Kommandant und Oberstleutnant: 2 Streifen à 8 mm.
Oberst: 3 Streifen à 8 mm.
Bei mehreren Streifen betrug deren Abstand 2 mm. Je nach der Farbe der Knöpfe an der Uniform, waren diese Streifen versilbert oder vergoldet.
Dem Tschako der Ordonnanz 1869 folgte bereits wenige Jahre später das neue Tschakomodell der Ordonnanz 1875. Dieses entsprach jedoch, abgesehen von den darauf angebrachten Abzeichen, grundsätzlich demjenigen der Ordonnanz 1869.
Infanterie
Die Waffengattung der Infanterie setzte sich aus Füsilieren und Jägern zusammen und war in Bataillonen organisiert. Jedes Infanteriebataillon bestand aus sechs Kompanien. Einer 1. Jägerkompanie, auch Jäger rechts genannt, einer 2. Jägerkompanie, Jäger links genannt, und vier Füsilierkompanien. Die Füsilierkompanien wurden auch als Zentrumskompanien bezeichnet. Es gab auch einige Halbbataillone und wenige Einzelkompanien. Die Halbbataillone bestanden jeweils aus einer Jägerkompanie und zwei Füsilierkompanien.
Die Kompanien des Bataillons unterschieden sich durch ihren Pompon am Tschako. Der Stab trug einen weissen Pompon, die 1. Jägerkp einen hellgrünen, die 2. Jägerkp einen hellgrünen mit weissem Ring, die 1. Füsilierkp einen orangen, die 2. Füsilierkp einen orangen mit weissem Ring, die 3. Füsilierkp einen blauen und die 4. Füsilierkp einen blauen mit weissem Ring.
Aidemajor und Adjutant Unteroffizier trugen einen weissen Pompon mit rotem Ring.
Als Waffengattungsabzeichen trug die Infanterie bloss einen senkrechten, unten abgerundeten Blechstreifen, die sogenannte Ganse. Diese war oben am Hut angebracht und diente gleichzeitig als Halterung für die Kokarde. Die Ganse war 4,4 cm lang und 2,1 cm breit. Sie bestand aus weissem Metall. Die Nummer des Bataillons war mit einzelnen, weissen Ziffern oberhalb des Augenschirms angebracht.
Die Nummern der Einheiten und deren Kantonszugehörigkeit blieben dieselben wie bis anhin. Die einzigen Ausnahmen betrafen die Halbbat UR 75, AG 83, GE 84, SZ 116 und GE 125, die ab 1870 als «Voll»-Bat aufschienen und die Einzelkp GE 7 und GE 22, welche aufgelöst wurden.

Auszug: Bat Nr. 1-84, Einzelkp Nr. 1-7 / Reserve: Bat Nr. 85-125, Einzelkp Nr. 8-22. H bedeutet Halbbat, E heisst Einzelkp.
ZH: 3, 5, 9, 11, 29, 34, 48, 64, 85, 86, 87, 88. / BE: 1, 16, 18, 19, 30, 36, 37, 43, 54, 55, 58, 59, 60, 62, 67, 69, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96. / LU: 13, 24, 33, 57, 66, 97, 98. / UR: 75, 8(E), 9(E). / SZ: 32, 76(H), 116, 10(E), 11(E). / OW: 74(3 Kp), 12(E). / NW: 74(2 Kp), 13(E). / GL: 73, 117(H). / ZG: 77(H), 14(E), 15(E). / FR: 39, 56, 61, 78(H), 99, 118(H). / SO: Bat 44, 72, 79(H), Bat 100. / BS: 80(H), 1(E). / BL: 27, 81(H), 119(H), 18(E). / SH: 71, 120(H), 19(E). / AR: 47, 121(H). / AI: 82(H); 20(E), 21(E). / SG: 21, 28, 31, 52, 63, 68, 101, 102, 103. / GR: 22, 51, 65, 104, 122(H). / AG: 4, 15, 17, 38, 41, 42, 83, 105, 106, 107. / TG: 7, 14, 49, 108, 123(H). / TI: 2, 8, 12, 25, 109, 110. / VD: 10, 26, 45, 46, 50, 70, 111, 112, 113. / VS: 35, 40, 53, 114, 124(H). / NE: 6, 23, 115, 6(E). / GE: 20, 84, 125. / SH, AR, BS: 126.

Scharfschützen
Die Scharfschützen waren 1869 noch in Einzelkompanien organisiert. Auf dem Tschako trugen sie einen dunkelgrünen Pompon und eine kantonale Kokarde. Ihr Waffengattungsabzeichen bestand aus zwei gelben, gekreuzten Stutzern. Korrekterweise müssten diese «Stutzer» als «Vetterli-Gewehre» bezeichnet werden. Es kam allerdings vor, dass noch die alten Stutzer-Abzeichen der Melone, Ord. 1861, auf die neuen Tschakos montiert wurden. Die Nummer der Kompanie war mit einzelnen, gelben Ziffern oberhalb des Augenschirms angebracht.

Scharfschützenkompanien und ihre kantonale Zugehörigkeit ab 1869. Auszug: Kp Nr. 1-45 / Reserve: Kp Nr. 46-71.
ZH: 2, 21, 23, 35, 46, 47. / BE: 1, 4, 9, 27, 29, 33, 48, 49, 50. / LU: 34, 39, 43, 65, 66. / UR: 6, 67. / SZ: 22, 42, 51. / OW: 24, 68. / NW: 11, 69. / GL: 12, 41, 52. / ZG: 28, 70. / FR: 13, 25, 53. / BL: 19, 71. / AR: 18, 20, 54. / SG: 31, 37, 55. / GR: 16, 36, 56. / AG: 15, 38, 40, 57, 58. / TG: 5, 26, 59. / TI: 44, 45, 60. / VD: 3, 8, 10, 30, 61, 62. / VS: 7, 32, 63. / NE: 14, 17, 64.
Im Jahr 1870 war die Kp 22 bei ZH und die Kp 23 bei SZ. Neu errichtet wurden die Auszug Kp GE 72, VD 75, VD 76 und SO 77, sowie die Reserve Kp VD 73, ZH 74.

Auf diesem Tschako befindet sich noch das alte Abzeichen der Schützen-Melone.

1871 wurden Schützenbataillone gebildet. Diese bestanden aus jeweils drei oder vier Kompanien und einem Bataillonsstab. An den Tschakos wurden nun die neuen Bataillonsnummern getragen. Die kantonalen Kokarden blieben. Alle Kompanien des Bataillons, inklusive der Bataillonsstab, trugen weiterhin den dunkelgrünen Pompon.
Auszug Bat Nr. 1-13 / Reserve Bat Nr. 14-21:
Bat 1: AG, BL / Bat 2: BE, SO / Bat 3: BE, FR / Bat 4: NE, FR, GE / Bat 5: VD / Bat 6: VD, VS / Bat 7: ZH / Bat 8: LU, ZG / Bat 9: TG, AR / Bat 10: SG, GR / Bat 11: GL, SZ / Bat 12: UR, NW, SZ, OW / Bat 13: TI / Bat 14: VD / Bat 15: FR, VS, NE, GE / Bat 16: ZH, GL / Bat 17: BE / Bat 18: AR, SG, GR, TG / Bat 19: SZ, UR, OW, NW / Bat 20: LU, ZG / Bat 21: AG, BL.
Kavallerie
Die Kavallerie setzte sich aus Dragonern und Guiden zusammen und war in Einzelkompanien organisiert. Als Waffengattungsabzeichen trug die Kavallerie, wie die Infanterie, bloss eine Ganse. Diese war oben am Hut angebracht und diente gleichzeitig als Halterung für die Kokarde. Die Ganse war 4,4 cm lang und 2,1 cm breit. Sie bestand aus weissem Metall. Die Nummer der Kompanie war mit einzelnen, weissen Ziffern oberhalb des Augenschirms angebracht.
Alle Kavalleristen trugen einen karmoisinroten Pompon mit 3,5 cm Durchmesser. In diesem war ein 18 cm langer, herabfallender Rosshaarbusch befestigt. Bei den Dragonern war dieser schwarz, bei den Guiden weiss. Ausserdem war am hinteren, oberen Rand des Kavallerietschakos eine Fangschnur angebracht. Deren Befestigung bestand zumeist aus einem kleinen Löwenköpfchen mit Ring. Die Fangschnur der Dragoner war schwarz, die der Guiden karmoisinrot. Offiziere trugen mit Silber durchwirkte Fangschnüre (Weisung vom 12. April 1869).

Dragonerkompanien: Auszug: Kp Nr. 1-22 / Reserve: Kp Nr. 23-35:
ZH: 3, 12, 19, 23. / BE: 2, 10, 11, 13, 21, 22, 24-26. / LU: 20, 27. / FR: 5, 6, 28. / SO: 8, 29. / SH: 1, 30. / SG: 4, 9, 31. / AG: 16, 18, 32. / TG: 14, 33. / VD: 7, 15, 17, 34, 35.

Guidenkompanien: Auszug: Kp Nr. 1-8 / Reserve: Kp Nr. 9-16 (jeweils nur Halbkompanien):
BE: 1, 9 (1/2). / SZ: 2, 10 (1/2). / BS: 3, 11 (1/2). / BL: 4, 12 (1/2). / GR: 5, 13 (1/2). / TI: 8 (1/2), 14 (1/2). / NE: 6, 15 (1/2). / GE: 7, 16 (1/2).
Artillerie
Die Artillerie war in Einzelbatterien und- kompanien organisiert. Alle Artilleristen trugen einen roten Pompon. Im Reglement war nicht erwähnt, ob die Trompeter der Artillerie weiterhin statt des Pompons einen hängenden Busch von roten Pferdehaaren trugen. Originalfotos aus der Zeit sprechen aber dafür. Da am Tschako der Artilleristen keine Ganse mehr getragen wurde, wurde die Kokarde mit Hilfe eines an ihrer Rückseite angelöteteten Steges befestigt. Das Waffengattungsabzeichen aller Artilleristen bestand aus zwei gelben, gekreuzten Kanonenrohren, die etwas kleiner waren als die am Tschako der Ord. 1861 getragenen Exemplare. Die Nummer der Kompanie war mit einzelnen, gelben Ziffern oberhalb des Augenschirms angebracht.

Feldbatterien: Auszug: Bttr Nr. 1-25, 28-30 / Reserve: Bttr Nr. 41-53:
ZH: 1, 4, 10, 28, 41, 43. / BE: 2, 5, 6, 11, 29, 44, 46. / LU: 12, 42. / FR: 13. / SO: 14, 47. / BL: 7. / BS: 15. / AR: 16. / SG: 8, 17, 48. / AG: 3, 18, 19, 30, 49. / TG: 20. / TI: 21. / VD: 9, 22, 23, 50, 51. / NE: 24, 52. / GE: 25, 53.

Nachfolgend sind die Nummern der weiteren Einheiten der Artillerie und ihre kantonale Zugehörigkeit aufgelistet.
Gebirgsbatterien: Auszug: Bttr Nr. 26, 27 / Reserve: Bttr Nr. 54, 55:
GR: 26, 54. / VS: 27, 55.
Positionskompanien: Auszug: Kp Nr. 31-34 / Reserve: Kp Nr. 60-69:
ZH: 32, 60. / BE: 33, 61. / FR: 62. / BS: 63. / BL: 64. / AR: 65. / AG: 66. / TG: 67. / TI: 68. / VD: 34, 69. / GE: 31.
Parkkompanien: Auszug: Kp Nr. 35-40 / Reserve: Kp Nr. 70-75:
ZH: 35, 70. / BE: 36, 71. / LU: 37, 72. / SG: 38, 73. / AG: 39, 74. / VD: 40, 75.
Parktrainkompanien: Nr. 76-89:
ZH: 88 (1/4). / BE: 76, 78, 79, 81. / LU: 84 (1/4). / SZ: 84 (1/4). / GL: 88 (1/4). / ZG: 84 (1/4). / FR: 77, 87. / BS: 89 (1/2). / BL: 83 (1/2). / SH: 83 (1/2). / AR: 88 (1/4). / SG: 88 (1/4). / GR: 86 (1/2). / AG: 84 (1/4). / TG: 89 (1/2). / TI: 86 (1/2). / VD: 80, 82. / VS: 85 (1/3). / NE: 85 (1/3). / GE: 85 (1/3).
Genie
Die Genietruppen waren in Einzelkompanien organisiert und teilten sich in Sappeure und Pontoniere. Alle Angehörigen des Genie trugen einen braunen Pompon. Da an ihrem Tschako keine Ganse mehr getragen wurde, wurde die Kokarde mit Hilfe eines an ihrer Rückseite angelöteteten Steges befestigt. Bei den Genietruppen wurden zwei verschiedene Waffengattungsabzeichen verwendet. Bei den Sappeuren bestand es aus gekreuzten Schaufel und Pickel hinter einem 2 cm hohen eidgenössischen Kreuz. Bei den Pontonieren aus gekreuzten Ruder und Stachel hinter einem 2 cm hohen eidgenössischen Kreuz. Das Abzeichen der Sappeure wurde 1873 ersetzt. Fortan wurden zwei gekreuzte Äxte hinter dem Kreuz getragen. Die Nummer der Kompanie war mit einzelnen, gelben Ziffern oberhalb des Augenschirms angebracht.
Pontonierkompanien: Auszug: Kp Nr. 1-3/ Reserve: Kp Nr. 4-6:
ZH: 1, 4. / BE: 3, 5. / AG: 2, 6.

Das Sappeur-Abzeichen mit den zwei Äxten ersetzte ab 1873 dasjenige mit Schaufel und Pickel.
Sappeurkompanien: Auszug: Kp Nr. 1-6 / Reserve: Kp Nr. 7-12:
ZH: 2, 7. / BE: 4, 5, 8, 9. / AG: 3, 10. / TI: 6, 11. / VD: 1, 12.
Sanität
Krankenwärter:
Die Krankenwärter trugen einen kornblumenblauen Pompon, eine Kantonalkokarde und eine weisse Ganse von 4,4 cm Länge und 2,1 cm Breite, jedoch keine Einteilungsnummer auf ihrem Tschako.
Ärzte und Pferdeärzte:
Die Ärzte und Pferdeärzte der Truppe trugen keinen Tschako, sondern bloss die Feldmütze (siehe dort).
Instruktoren
Seit 1868 verfügten die Instruktoren nicht mehr über ein spezielles Tschakoabzeichen. Sie trugen nun die Kopfbedeckung derjenigen Waffengattung der sie angehörten.
Eidgenössischer Stab
Die Offiziere des Generalstabs, des Geniestabs und des Artilleriestabs trugen den Tschako. Der Pompon des Generalstabs war karmoisinrot, derjenige des Geniestabs braun und der des Artilleriestabs rot. Die Kokarde in den eidgenössischen Farben, also rot-weiss, bestand aus Seide. Statt einer Nummer war ein versilbertes, eidgenössisches Kreuz von 2,8 cm Höhe auf dem ledernen Kopfband angebracht. Die Gradabzeichen dieser drei Stabsabteilungen waren vergoldet.
Im Dienst trugen die eidgenössischen Obersten statt des Pompons einen kleinen, bis auf den Schirm hinunter fallenden Busch von Hahnenfedern. Dieser war bei den Oberst-Divisionären und den Oberkommandanten des Genie, der Artillerie und der Kavallerie weiss, bei den übrigen schwarzgrün.
Die Offiziere des Justiz-, Kommissariats- und Gesundheitsstabes, sowie die Stabssekretäre trugen keinen Tschako, sondern bloss die Feldmütze (siehe dort).
Landwehr
Für den Fall, dass der Bund über die kantonalen Landwehreinheiten verfügen musste, wurden 1866 alle Landwehreinheiten erstmals durchnummeriert. Diese Nummern begannen bei jeder Waffengattung bei 1. Somit existierten sowohl beim Auszug, wie auch bei der Landwehr häufig die selben Nummern. Das hätte durchaus zu Verwirrung führen können. Allerdings waren die Kantone nicht verpflichtet, die entsprechenden Nummern für die Kopfbedeckungen ihrer Landwehrtruppen anzuschaffen. So rüsteten nur wenige Kantone ihre Landwehrtruppen mit den neuen Tschakonummern aus.

Um Landwehreinheiten klar von solchen des Auszugs zu unterscheiden, wurde in einigen Kantonen der Buchstabe «L» vor oder hinter der Nummer angebracht. Beim Übertritt in die Landwehr wurde dem Soldaten der Tschako belassen. Einzig Nummer und Pompon wurden gewechselt.
Landwehr-Infanterie: Bat Nr. 1-66 / Halbbat (H) Nr. 67-69 / Einzelkp (E) Nr. 1-12:
ZH: 1-8. / BE: 9-16. / LU: 17, 18. / UR: 1 (E), 2 (E). / SZ: 19, 20. / OW: 3 (E), 4 (E). / NW: 67 (H). / GL: 21. / ZG: 68 (H). / FR: 22, 23. / SO: 24, 25. / BS: 26. / BL: 27, 28. / SH: 29. / AR: 30, 5 (E), 6 (E). / AI: 69 (H). / SG: 31-33, 7-12 (E). / GR: 34-36. / AG: 37-39. / TG: 40-42. / TI: 43, 44. / VD: 46-57. / VS: 58-60. / NE: 61-63. / GE: 64-66.
Landwehr-Scharfschützen: Kp Nr. 1-44:
ZH: 1, 2. / BE: 3-5. / LU: 6, 7. / UR: 8. / SZ: 9, 10. / OW: 11. / NW: 44. / GL: 12, 13. / ZG: 14. / FR: 15. / BL: 16. / AR: 17, 18. / SG: 19, 20. / GR: 21-26. / AG: 27, 28. / TG: 29, 30. / TI: 31. / VD: 32-37. / VS: 38, 39. / NE: 40-42. / GE: 43.
Landwehr-Artillerie: Batterien Nr. 1 u. 2 / Positionskp Nr. 3-7, 9-13, 15-25 / Parkkp Nr. 8 u. 14:
ZH: 1, 3, 4. / BE: 5, 6. / LU: 7, 8. / FR: 9. / SO: 10. / BS: 11. / BL: 12. / SG: 13, 14. / AG: 15. / VD: 16-21. / VS: 22. / NE: 23. / GE: 24, 25.
Landwehr-Genie: Sappeurkp Nr. 1-6 (S) / Pontonierkp Nr. 1 u. 2 (P).
ZH: 1 (S), 1 (P). / BE: 2 (S). / AG: 3 (S), 2 (P). / TI: 4 (S). / VD: 5 (S). / GE: 6 (S).
Quellen und Literatur
- Bundesrathsbeschluss betreffend die Numerierung der taktischen Einheiten der schweizerischen Landwehr, vom 8. Juni 1866.
- Beschluss des schweizerischen Bundesrathes betreffend die Kopfbedeckung für die schweizerische Armee, vom 20. Januar 1869.
- Bundesrathsbschluss betreffend Vollziehung des Bundesgesetzes über die Organisation der Scharfschützenbataillone, vom 12. Jenner 1871.
- Isler, Johann: Das Wehrwesen der Schweiz, I. Band, Die Wehrverfassungen vor 1907, Zürich 1914.
- Schweizer Kriegsgeschichte, Heft 12, Bern 1923.
- Burlet, Jürg: Geschichte der eidgenössischen Militäruniformen, 1852-1992, Egg 1992.
- Ackermann, René: Uniformen der Schweizer Armee 1852–1874, Eine Sammlung historischer Fotografien und Vorschriften, Horw 2023.
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