Kokarden und Pompons, 1898-1918

Offiziere und Mannschaften

Nachfolgend werden die Tschakokokarden, Mützenkokarden und Pompons der Schweizer Armee aus der Zeit von 1898 bis 1918 vorgestellt.

Die aus bemaltem Weissblech bestehende Tschakokokarde wurde von Mannschaften, Unteroffizieren, Subalternoffizieren und Hauptleuten am Tschako getragen. Sie hatte einen Durchmesser von 34 mm. Sie wies bei den kantonalen Truppen die Kantonsfarben und bei den eidgenössischen Truppen das Schweizerkreuz auf. Stabsoffiziere vom Major aufwärts, trugen ebensolche Kokarden, aber aus geraffter Seide.

Die blecherne, mit einer farbigen Einlage versehene Mützenkokarde wurde von Unteroffizieren und Soldaten an der Feldmütze getragen. Sie hatte einen äusseren Durchmesser von 30 mm. Die farbige Einlage hatte einen Durchmesser von 22 mm. Die Farbe des metallenen Randes der Mützenkokarde entsprach derjenigen der Knöpfe des Waffenrocks der Ordonnanz 1898. Die Farbe der Einlage widerspiegelte die Farbe des Pompons auf dem Tschako.

Der wollene Pompon wurde von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten auf dem Tschako getragen. Der Pompon hatte einen Durchmesser von 38 mm. Die Farben der Pompons zeigten die Truppengattung bzw. die Einheit an. Eine Ausnahme machte die Kavallerie. Sie trug keine Pompons sondern Pinsel auf dem Tschako.

Tschakokokarden

Blecherne Tschakokokarden der Ordonnanz 1898 (Privatsammlung).
Seidenkokarden von Stabsoffizieren, links Tessin, rechts Schwyz. Einzig die Bataillonskommandanten der Infanterie trugen solche kantonalen Seidenkokarden. Alle anderen Stabsoffiziere trugen die eidgenössische Kokarde. Da sich das Schweizerkreuz nicht in Seide abbilden liess, bestand die eidgenössische Kokarde aus einem äusseren, roten Ring und einem inneren, weissen, häufig auch silbernen Feld.

Mützenkokarden und Pompons (nach Farben alphabetisch geordnet)

Blau, Kokarde mit gelbem Rand.
Train: Train der Sanitätstruppen.
Train: Landwehr-Trainabteilungen mit ungeraden Nummern (bis 1911).
Blau, Kokarde mit weissem Rand.
Sanität: alle Einheiten (bis 1911).
Sanität: Bataillonsstäbe (ab 1912).
Sanität: Sanitätszüge (ab 1912).
Gelb, Kokarde mit gelbem Rand.
Festung: Mitrailleurkompanien mit ungeraden Nummern (bis 1911).
Festung: alle Mitrailleurkompanien (ab 1912).
Gelb, Kokarde mit weissem Rand.
Unbekannt.
Gelb-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Genie: Tessiner Sappeur-Rekruten (ab 1912).
Genie: Trompeter-Rekruten (ab 1913).
Festung: Mitrailleurkompanien mit geraden Nummern (bis 1911).
Festung: Stäbe der Mitrailleurkompanien (ab 1912).
Grün, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, I. Kompanie.
Genie: Ballonpioniere, I. Kompanie (ab 1912).
Genie: Mineure, I. Kompanie (ab 1912).
Genie: Pontoniere, I. Kompanie (ab 1912).
Genie: Sappeure, I. Kompanie (ab 1912).
Festung: Beobachterkompanien mit ungeraden Nummern (bis 1911).
Festung: Pioniere (ab 1912).
Train: Train der Verpflegungstruppen.
Train: Landwehr-Trainabteilungen mit geraden Nummern (bis 1911).
Grün, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, I. Kompanie.
Infanterie: Divisions-Mitrailleure (Fahrende Mitrailleure), I. Kompanie (ab 1912).
Sanität: I. Kompanie (ab 1912).
Verpflegungstruppen: alle Einheiten (bis 1911).
Verpflegungstruppen: Bäckerkompanien (ab 1912).
Verpflegungstruppen: Bataillonsstäbe (ab 1912).
Grün-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, II. Kompanie.
Genie: Ballonpioniere, II. Kompanie (ab 1917).
Genie: Mineure, II. Kompanie (ab 1912).
Genie: Pontoniere, II. Kompanie (ab 1912).
Genie: Sappeure, II. Kompanie (ab 1912).
Festung: Beobachterkompanien mit geraden Nummern (bis 1911).
Festung: Scheinwerferpioniere (ab 1912).
Grün-weiss, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, II. Kompanie.
Infanterie: Divisions-Mitrailleure (Fahrende Mitrailleure), II. Kompanie (ab 1912).
Sanität: II. Kompanie (ab 1912).
Karmoisinrot, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Radfahrer des Armeestabs und der Armeekorpsstäbe (kein Pompon, nur Kokarde, bis 1914).
Train: Train des Armeestabs.
Train: Train der Armeekorpsstäbe.
Train: Train der Divisionsstäbe (ab 1912).
Train: Train der Kavallerie.
Train: Train der Radfahrer.
Karmoisinrot-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Radfahrer der I., III., IV., VI. Division (kein Pompon, nur Kokarde, bis 1914).
Train: Train des Stabes der I., III., IV., VI. Division (bis 1911).
Karmoisinrot-weiss, Kokarde mit weissem Rand.
Unbekannt.
Orange, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, III. Kompanie.
Artillerie: Park, I. Kompanie (ab 1912).
Genie: Ballonpioniere, III. Kompanie (ab 1917).
Genie: Mineure, III. Kompanie (ab 1912).
Genie: Pontoniere, III. Kompanie (ab 1912).
Genie: Sappeure, III. Kompanie (ab 1912).
Orange, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, III. Kompanie.
Infanterie: Divisions-Mitrailleure (Fahrende Mitrailleure), III. Kompanie (ab 1912).
Sanität: III. Kompanie (ab 1912).
Verpflegungstruppen: I. Kompanie (ab 1912).
Orange-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, IV. Kompanie.
Artillerie: Park, II. Kompanie (ab 1912).
Genie: Mineure, IV. Kompanie (ab 1912).
Genie: Pontoniere, IV. Kompanie (ab 1912).
Genie: Sappeure, IV. Kompanie (ab 1912).
Orange-weiss, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, IV. Kompanie.
Sanität: IV. Kompanie (ab 1912).
Verpflegungstruppen: II. Kompanie (ab 1912).
Rot, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, V. Kompanie.
Artillerie: Depotpark (bis 1911).
Artillerie: Feldartillerie.
Artillerie: Gebirgsartillerie.
Artillerie: Parkartillerie (bis 1911).
Artillerie: Positionsartillerie.
Artillerie: Saumkolonnen (bis 1911).
Festung: Kanonierkompanien mit ungeraden Nummern (bis 1911).
Festung: Artillerie (ab 1912).
Train: Train der Artillerie.
Train: Train der Festungstruppen (ab 1912).
Rot, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, V. Kompanie.
Infanterie: Regiments-Mitrailleure, I. Kompanie (ab 1917).
Sanität: V. Kompanie (ab 1912).
Rot-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, VI. Kompanie.
Artillerie: Park, III. Kompanie (ab 1912).
Festung: Kanonierkompanien mit geraden Nummern (bis 1911).
Festung: Stäbe der Artillerie (ab 1912).
Rot-weiss, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, VI. Kompanie.
Infanterie: Regiments-Mitrailleure, II. Kompanie (ab 1917).
Verpflegungstruppen: III. Kompanie (ab 1912).
Schwarz, Kokarde mit gelbem Rand.
Genie: Ballonpioniere (bis 1911).
Genie: Bataillonsstäbe (ab 1912).
Genie: Eisenbahnpioniere.
Genie: Fliegerpioniere (ab 1914).
Genie: Funkenpioniere (ab 1912).
Genie: Pontoniere (bis 1911).
Genie: Sappeure (bis 1911).
Genie: Scheinwerferpioniere (ab 1912).
Genie: Signalpioniere (ab 1912).
Genie: Telegraphenpioniere.
Festung: Sappeure.
Train: Train der Genietruppen.
Schwarz-weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Genie: Pontoniere der II. Kompanie der Kriegsbrückenabteilung (bis 1911).
Genie: Sappeure der II. Kompanie des Sappeurhalbbataillons (bis 1911).
Weinrot, Kokarde mit gelbem Rand.
Festung: Talwehren Simplon (ab 1918).

Weinrot, Kokarde mit weissem Rand (ohne Abbildung).
Verpflegungstruppen: Festungs-Verpflegungskompanien (ab 1917).

Weiss, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Schützen, Bataillonsstäbe.
Infanterie: Radfahrer der Landwehrbrigaden (kein Pompon, nur Kokarde, bis 1914).
Train: Train der Guidenkompanien (bis 1911).
Train: Train der Infanterie.
Weiss, Kokarde mit weissem Rand.
Infanterie: Füsiliere, Bataillonsstäbe.
Infanterie: Regiments-Mitrailleure, IV. Kompanie (ab 1917).
Weiss-karmoisinrot, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Radfahrer der II., V., VII., VIII. Division (kein Pompon, nur Kokarde, bis 1914).
Train: Train des Stabes der II., V., VII., VIII. Division (bis 1911).
Weiss-rot, Kokarde mit gelbem Rand.
Artillerie: Park, IV. Kompanie (ab 1912).

Weiss-rot, Kokarde mit weissem Rand (ohne Abbildung).
Infanterie: Regiments-Mitrailleure, III. Kompanie (ab 1917).

Schwarzer Pinsel, karmoisinrote Kokarde mit weissem Rand.
Kavallerie: Dragoner, alle Einheiten.
Weisser Pinsel, karmoisinrote Kokarde mit weissem Rand.
Kavallerie: Guiden, alle Einheiten.
Kavallerie: Mitrailleure, alle Einheiten (ab 1900).
Schweizer Kreuz, Kokarde mit gelbem Rand.
Infanterie: Radfahrer (kein Pompon, nur Kokarde, ab 1914).
Seit 1898 trugen die Radfahrer keinen Tschako und somit auch keinen Pompon mehr.

Offiziere

Offiziere trugen an ihren Offiziersfeldmützen keine Kokarden. Die Pompons auf den Tschakos der Truppen- und Stabsoffiziere entsprachen in der Regel denjenigen der Truppe. Deshalb sind nachfolgend nur die Ausnahmen aufgeführt:

Gold (Metallfaden).
General.
Oberst-Korpskommandant.
Oberst-Divisionär.
Karmoisinrot.
Generalstabsoffiziere.
Stabssekretäre.

Violett.
Justizoffiziere (ab 1915).

Weiss.
Infanterie: Offiziere des Bataillonsstabs.
Infanterie: Stabsoffiziere.
Feldpost/Feldtelegraph: Offiziere.
Feldpost/Feldtelegraph: Stabssekretäre.
Orange.
Justizoffiziere (bis 1915).

Quellen

  • Reglement über die Bekleidung und Ausrüstung der schweizerischen Armee, vom 11. Januar 1898.
  • Schweizerisches Militär-Verordnungsblatt, 1898-1907.
  • Militäramtsblatt, 1908-1920.
  • Verordnung über die Organisation des Heeres, vom 10. Oktober 1911.

Kommentare

2 Antworten zu «Kokarden und Pompons, 1898-1918»

  1. Avatar von Holzer Bruno
    Holzer Bruno

    Vielen Dank für diese hochinteressante Homepage, die Sie geschaffen haben.
    Erstaunlich, wieviele gleiche Pompons und Kokarden von unterschiedlichen Einheiten getragen wurden.
    Frage: Was war die Funktion der Guiden bei der Kavallerie? Habe viele Karten davon. Ich vermute, dass es ‚Führungs-Truppen‘ waren, welche den nachfolgenden Soldaten den Weg zeigten.
    Gerne trage ich mich ein, um weitere Infos. von Ihnen zu bekommen.
    Bin Ihnen dankbar für Ihre geschätzte Antwort und freue mich auf weiterhin guten Kontakt.
    Mit Sammlergruss, Bock1

    1. Avatar von Rene Ackermann
      Rene Ackermann

      Guten Tag Bock1.
      Besten Dank für Ihre Nachricht. Um Ihre Frage zu den Guiden zu beantworten, sende ich Ihnen den Link zur «Verordnung über die Rekrutierung, den Unterricht und die Pflichten der Guiden» vom 28. Dezember 1853. Diese vierseitige Schrift gibt Auskunft.
      https://www.alexandria.ch/permalink/41BIG_INST/dj8vl3/alma9914864164101791
      Folgen Sie zuerst dem Link, dann klicken Sie im grauen Rahmen auf den blauen Text «bv001486416».
      Beste Grüsse, «1847.ch»

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