Kriegsschauplatz Schweiz

1798-1800: Franzosen – Ereignisse – Medaillen

Von 1798 bis 1800 war die Schweiz Kriegsschauplatz. Im Frühjahr 1798 griffen französische Truppen die Schweiz an. Gefechte fanden unter anderem in Neuenegg, Fraubrunnen und Grauholz statt. Diese Ereignisse und die sie begleitenden Umstände führten schliesslich zum Untergang der alten Eidgenossenschaft. 1799 kam es überall im Land zu Kämpfen zwischen den verbündeten Österreichern und Russen gegen die Franzosen. 1800 schliesslich, diente die Schweiz als Aufmarschgebiet für Angriffe der Franzosen gegen die Koalitionstruppen in Norditalien. In Frankreich fanden diese Geschehnisse in der Schweiz Widerhall in zahlreichen, hier nun kurz vorgestellten Medaillen.

Brune und die Eroberung der Schweiz (1798)

Medaille auf General Brune der italienischen Stadt Verona. Im Jahr 1801 liess die Stadt Verona eine Medaille auf General Brune prägen. Auf dieser wird auch Brunes Erfolg in der Schweiz («HELVETICO») erwähnt. Kupfer, Ø 54,5 mm, Medailleur: Giuseppe Salvirch (Privatsammlung).

Guillaume-Marie-Anne Brune wurde am 13. März 1763 in Brive-la-Gaillarde/F als Sohn eines Advokaten geboren. Nach kurzer Tätigkeit als Buchdrucker und Literat in Paris, meldete er sich 1791 zu den Revolutionstruppen. Dort stieg er rasch auf. 1793 war er bereits Brigadegeneral. Ab 1796 diente er unter Napoleon in Italien. Danach wurde Brune beauftragt, die Schweiz zu erobern. Im Februar 1798 kam er in Lausanne an, marschierte am 6. März in Bern ein und proklamierte am 19. März die Helvetische Republik. 1799 übernahm er die Verteidigung von Holland gegen englisch-russische Streitkräfte die in Den Helder gelandet waren. Zu Beginn des Jahres 1800 zersprengte er die letzten royalistischen Chouans und «befriedete» so den Nordwesten Frankreichs.

Ab Mitte 1800 wiederum in Italien gegen die Österreicher eingesetzt, besiegte er diese am Mincio und an der Etsch. Dies führte zum Waffenstillstand von Treviso, welcher den Frieden von Lunéville einleitete. 1804 erhielt Brune den Marschallstab. Ab 1806 leitete er die französischen Operationen in Norddeutschland und nahm 1807 Stralsund und Rügen ein. Verdächtigt, für Louis XVIII. Partei zu ergreifen, wurde er noch im gleichen Jahr abberufen und zog sich auf sein Landgut zurück. Während der Hundert Tage schloss sich Brune wieder Napoleon an und verteidigte die Alpenfront. Nach Napoleons endgültigem Sturz wollte er sich wieder nach Paris begeben. Auf dem Weg dorthin wurde er am 2. August 1815 in Avignon von aufgebrachten Royalisten ermordet.

Medaille auf Marschall Brune mit unterdrückter Bezeichnung der Todesursache. Die Liste seiner Erfolge wird mit der Schweiz («HELVETIE») angeführt. Kupfer, Ø 41,2 mm, Medailleur: François-Augustin Caunois (Privatsammlung).
Diese 1819 hergestellte Medaille auf Marschall Brune weist die Inschrift «……… A AVIGNON» auf. Die neun Punkte stehen für die Buchstaben des Wortes ASSASSINÉ. Brune war 1815 in Avignon von royalistischen Fanatikern ermordet worden. Zum Entstehungszeitpunkt der Medaille war es im königlichen Frankreich verpönt, diese Tatsache zu erwähnen. Durch den Ersatz des Wortes ASSASSINÉ durch die Punktreihe wurde die Ermordung nicht direkt erwähnt. Der Sinn dieser Formulierung war aber jedermann klar.

Masséna und die Schlachten von Zürich (1799)

Nach der 1798 erfolgten Eroberung der alten Eidgenossenschaft, hielten die Franzosen die Schweiz besetzt. Im Mai/Juni 1799 drang ein österreichisches Heer unter Erzherzog Karl von Norden und Osten kommend in die Schweiz ein. Die französischen Truppen in der Ostschweiz mussten bis nach Zürich zurück weichen. Dort kam es vom 3. bis 6. Juni 1799 zur ersten Schlacht von Zürich. Den Österreichern gelang es schliesslich, die von Masséna befehligten Franzosen aus der Stadt zu vertreiben. Die Franzosen zogen sich jedoch nur wenig hinter Zürich zurück und hielten dann ihre neue Verteidigungslinie längs des Zürichsees und der Limmat. Die gegnerischen Heere lagen sich dann monatelang gegenüber, ohne dass eine der Parteien zu einem entscheidenden Schlag ansetzte.

Nach der ersten Schlacht von Zürich lagen sich die gegnerischen Heere rund drei Monate an einer Frontlinie die mitten durch die Schweiz verlief gegenüber. Die Österreicher warteten auf das Eintreffen russischer Koalitionstruppen, um dann gemeinsam mit diesen die Franzosen angreifen zu können. Von Norden her kommend, erreichte das russische Korps Korsakow die Schweiz. Von Süden her, wurde noch die über die Alpen kommende Armee von General Suworow erwartet. Am 26. September wollten die alliierten Heere gegen die Franzosen vorgehen. Der französische Oberbefehlshaber Masséna kam den Verbündeten jedoch zuvor. Er griff diese am 25. September 1799 in ihren Stellungen bei Zürich und an der Linth an. An beiden Orten wurden die Russen und Österreicher entscheidend geschlagen. In der Folge mussten sie sich aus der Schweiz zurückziehen.

Grosse Medaille auf Marschall Masséna von 1819. Unter seinen wichtigsten Schlachterfolgen ist auch Zürich gelistet. Kupfer, Ø 68 mm, Medailleur: Louis Jaley (Sincona 11-2013, Nr. 1416).

André Masséna wurde am 6. Mai 1758 bei Nizza als Sohn eines Weinhändlers geboren. Dreizehnjährig heuerte er als Schiffsjunge an und trat vier Jahre später in die Armee ein. Dort brachte er es bis zum Adjutant Unteroffizier. 1789 wurde er entlassen, meldete sich aber 1791 wieder bei einem Freiwilligenbataillon. Er stieg rasch zum Oberst auf und wurde dank seiner hervorragenden Eigenschaften als Truppenführer 1793 zum Divisionsgeneral befördert. Masséna trug 1797 entscheidend zum Sieg bei Rivoli bei, siegte 1799 bei Zürich und hielt im Frühjahr 1800 Genua lange genug, um Napoleon den Alpenübergang und den Sieg von Marengo zu ermöglichen.

1804 erhielt er den Marschallsstab. 1805 kämpfte er in Norditalien und eroberte 1806 das Königreich Neapel. 1808 erhielt Masséna den Titel eines Herzogs von Rivoli. Nachdem er sich 1809 bei Eggmühl, Essling und Wagram auszeichnet hatte, wurde er 1810 zum Fürsten von Essling ernannt. Nach wenig erfolgreichen Kämpfen auf der iberischen Halbinsel, musste der gesundheitlich angeschlagene Masséna 1811 sein Kommando abgeben. Nach der Rückkehr der Bourbonen zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Marschall André Masséna starb am 4. April 1817 in Paris.

Medaille auf Marschall Masséna mit falschem Geburtsjahr. Kupfer, Ø 40,8 mm, Medailleur: Jean Jacques Barre (Privatsammlung).
Auf dieser um 1819 hergestellten Medaille wurde fälschlicherweise 1755 als Geburtsjahr Massénas genannt. Obwohl Masséna erst zwei Jahre zuvor verstorben war, und somit noch kaum in Vergessenheit geraten sein konnte, war man 1819 nicht in der Lage, das Geburtsjahr dieser illustren Persönlichkeit korrekt wiederzugeben. «Sic transit gloria».

Oudinot und die Schlachten von Zürich (1799)

Medaille auf Marschall Oudinot aus dem Jahr 1822. Auch bei ihm ist Zürich unter seinen wichtigsten Schlachterfolgen gelistet. Kupfer, Ø 41 mm, Medailleur: Jacques-Augustin Dieudonné (Sincona 42-2017, Nr. 1392).

Charles Nicolas Oudinot wurde am 25. April 1767 in Bar-le-Duc/F als Sohn eines Kaufmanns geboren. 1783 trat er in die französische Armee ein und kämpfte 1793/94 in der Rheinarmee. 1799 wurde er zum Divisionsgeneral befördert. Unter Masséna kämpfte er in den beiden Schlachten von Zürich. Danach nahm er von Austerlitz bis Friedland an mehreren weiteren Schlachten teil. Nach der Schlacht von Wagram 1809 erhielt Oudinot den Marschallstab und wurde zum Herzog von Reggio ernannt. Als Kommandant des II. Korps zeichnete er sich im Russlandfeldzug bei Polozk und während des Rückzugs aus. Bei Leipzig und während des Frankreichfeldzuges bewährte er sich. Nach der ersten Abdankung Napoleons schloss sich Oudinot König Louis XVIII. an. Nach der Julirevolution 1830 zog er sich ins Privatleben zurück. Marschall Charles Nicolas Oudinot starb am 13. September 1847 in Paris.

Soult und das Gefecht an der Linth (1799)

Medaille auf Marschall Soult. Unter den lorbeerumkränzten Schlachterfolgen findet sich auch das Gefecht an der Linth (PASSAGE DE LA LINTH). Kupfer, Ø 51 mm, Medailleur: François-Augustin Caunois (Privatsammlung).
Anlässlich seiner Ernennung zum Kabinettspräsidenten wurde 1832 diese Medaille auf Soult geprägt. Der auf der Medaille abgebildete Marschallstab und die Patronentasche weisen auf die Redewendung «den Marschallstab im Tornister tragen» hin. Bei Soult, der es vom einfachen Soldaten der Infanterie zum Marschall von Frankreich, Kriegsminister und Kabinettspräsidenten gebracht hatte, traf diese Aussage in bestem Sinne zu.

Nicolas Jean-de-Dieu Soult wurde am 29. März 1769 in Saint-Amans-la-Bastide/F als Sohn eines Notars geboren. 1785 trat er als Infanterist in die Armee ein und machte nach der französischen Revolution rasch Karriere. Nach der Schlacht von Stockach 1799 wurde er Divisionsgeneral. Unter Masséna kämpfte er in der Schweiz gegen die Österreicher. Indem er diese aus ihren Stellungen rechts der Linth vertrieb, trug er entscheidend zum französischen Sieg in der zweiten Schlacht von Zürich bei. Im darauf folgenden Jahr kämpfte er in Genua. 1804 erhielt Soult den Marschallstab. Er nahm 1805 an der Schlacht von Austerlitz und danach noch an vielen weiteren Gefechten teil.

1808 wurde er zum Herzog von Dalmatien ernannt. Im Spanienfeldzug siegte Soult 1809 in der ersten Schlacht von Oporto und in der Schlacht von Ocaña. 1814 bekämpfte er Wellington in der Schlacht von Toulouse. Zögernd schloss Soult sich während den Hundert Tagen wieder Napoleon an und wurde dessen Generalstabschef. König Louis-Philippe I. ernannte ihn 1830 zum Kriegsminister. 1832 wurde er zudem Kabinettspräsident. Er behielt diese Ämter mit Unterbrechungen bis 1847. Marschall Jean-de-Dieu Soult starb am 26. November 1851 in Saint-Amans.

Mortier und das Gefecht im Muotathal (1799)

Medaille auf Marschall Mortier von 1822. Auf der Liste seiner Schlachterfolge steht Muotathal «Mutten-Thal» an erster Stelle. Kupfer, Ø 41 mm, Medailleur: Louis Michel Petit (Privatsammlung).

Édouard Adolphe Mortier wurde am 13. Februar 1768 in Le Cateau-Cambrésis/F als Sohn eines Abgeordneten der Generalstände geboren. Er trat in ein Freiwilligenbataillon ein und nahm an mehreren Schlachten des 1. Koalitionskrieges teil. 1799 wurde er zum Brigadegeneral befördert. Unter Masséna kämpfte er in der Schweiz. Im Muotathal, auf der Medaille «Muttenthal» geschrieben, schlug er sich mit Suworow. 1803 wurde er Divisionsgeneral und besetzte mit seinen Truppen Hannover. 1804 erhielt Mortier den Marschallstab. Im Feldzug gegen Österreich 1805 schlug er sich bei Dürnstein mit den mit Österreich verbündeten Russen.

1807 besiegte er die Schweden bei Anklam und wurde 1808 zum Herzog von Treviso ernannt. 1809 kämpfte Mortier in Spanien, unter anderem in Ocaña. Im Russlandfeldzug kämpfte er bei Borodino, wurde Gouverneur von Moskau und zeichnete sich beim Übergang über die Beresina aus. Danach stritt er in den Schlachten von Lützen und Bautzen sowie der Völkerschlacht von Leipzig. Nach Napoleons Abdankung schloss sich Mortier den Bourbonen an und verweigerte Napoleon während den Hundert Tagen die Gefolgschaft. Unter König Louis-Philipp wurde er Kriegsminister. Marschall Édouard Adolphe Mortier starb am 28. Juli 1835 in Paris an den Folgen eines Attentats auf König Louis-Philipp.

Frankreichs Armee und die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes (1800)

Medaille von 1808 auf die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes durch die französische Reserve-Armee. Kupfer, Ø 41,5 mm, Medailleur: Etienne Jacques Dubois (Privatsammlung).
Der Schlüsselbund bezieht sich auf die von den Österreichern an die Franzosen übergebenen Städte und Festungen.

Während des zweiten Koalitionskrieges marschierten die Österreicher in die von Frankreich besetzten oberitalienischen Gebiete ein. Dort setzten sie den französischen Truppen arg zu. Napoleon sah sich gezwungen, einen überraschenden Vorstoss zu unternehmen, um dem Gegner in den Rücken zu fallen. Vom 15. bis 21. Mai 1800 überquerte er mit seiner 45 000 Mann starken Reservearmee den noch schneebedeckten Grossen Sankt Bernhard-Pass. Die Franzosen fielen in Oberitalien ein und schlugen die österreichischen Truppen am 14. Juni 1800 in der Schlacht von Marengo. Am 16. Juni wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Den Franzosen wurden dabei auch mehrere Städte und Festungen übergeben.

Die auf der vorgestellten Medaille abgebildete Kanone zeigt eine Auffälligkeit. Sie besitzt nämlich keine Lafette und keine Räder. Der Pass war im Mai des Jahres 1800 noch schneebedeckt. Den heutigen Tunnel gab es damals natürlich noch nicht. Deshalb waren die Truppen gezwungen, die Kanonen zu zerlegen, Baumstämme zu halbieren, auszuhöhlen und die Kanonenrohre darin fest zu zurren. Mit Hilfe dieser Schlitten wurden die Kanonen über den Pass geschafft, was schliesslich zum Sieg der Franzosen über die Österreicher in der Schlacht von Marengo führte.

Boinod und die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes (1800)

Medaille aus dem Jahr 1845 auf den Inspecteur en Chef aux Revues Jean Boinod. Kupfer Ø 59 mm, Medailleur: Eugène-André Oudiné (Privatsammlung).

Jean Daniel Mathieu Boinod wurde am 29. Oktober 1756 in Vevey geboren. Nach einem Studium in Holland ging er in die USA. Dort wirkte er als Publizist und Verleger. Zurück in der Schweiz, war er ab 1789 in Aubonne als Buchhändler tätig. 1791 beteiligte er sich an antibernischen Kundgebungen in der Waadt. Er musste nach Frankreich fliehen und trat dort in die Armee ein. Ab 1793 machte Boinod in der Militärverwaltung Karriere. Bei der Belagerung von Toulon traf er auf Bonaparte, welchem er in der Folge loyal diente. Er nahm am Ägyptenfeldzug teil und war danach massgeblich an der Organisation der Versorgung von Napoleons Truppen bei der Überquerung des Grossen Sankt Bernhard-Passes beteiligt.

Später wurde er Generalintendant der französischen Armeen in Italien und Deutschland. 1810 wurde Boinod zum Inspecteur en Chef aux Revues, im Rang eines Divisionsgenerals ernannt. Er folgte Napoleon nach Elba und begleitete ihn auch während den Hundert Tagen. Nach Napoleons endgültigem Sturz erhielt er nur noch einen untergeordneten Posten in der Pariser Stadtverwaltung. Erst unter König Louis-Philippe wurde er von 1830 bis 1832 wiederum Militärintendant. 1831 wurde ihm das Kommandeurskreuz der Ehrenlegion verliehen. Boinod galt als uneigennützig und unbestechlich. Napoleon bedachte ihn in seinem Testament. «General» Jean Boinod starb am 28. Mai 1842 in Paris. Da Boinod in Diensten Frankreichs stand, wird auch er, obwohl von Geburt Schweizer, hier erwähnt.

Napoleon und die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes (1800)

Medaille auf die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes durch Napoleon. Blei/Zinn bronziert, Ø 68 mm, Medailleur: Bertrand Andrieu (Musée Carnavalet, Paris, Inv. Nr. ND2660).
Der Medailleur Andrieu orientierte sich bei seiner Darstellung von Napoleons Übergang über die Alpen ganz offensichtlich an Jacques-Louis Davids bekanntem Gemälde. Nur überquert Napoleon hier nicht eigentlich den Sankt Bernhard-Pass. Vielmehr zersprengt er blitzeschleudernd die Felsen vor ihm. Dieses 1802/1803 vom Medailleur Bertrand Andrieu in Paris hergestellte Medaillon wurde nur als einseitige Prägung gefertigt.

Am 20. Mai 1800 überquerte auch Napoleon den Grossen St. Bernhard. Anders als auf dem bekannten, von Jacques-Louis David 1801 gefertigten Gemälde dargestellt, überschritt der Erste Konsul dabei den Pass nicht auf einem feurigen Pferd. Vielmehr sass er, in einen dicken Mantel gehüllt, auf einem Maultier. Von einem ortskundigen Schweizer Führer geleitet, absolvierte er die Strecke zwischen Martigny und dem italienischen Etroubles ohne grössere Unterbrüche. Einzig beim Hospiz auf der Passhöhe hielt er eine kurze Rast und verköstigte sich bei den dortigen Chorherren.

Medaille auf die Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes durch Napoleon. Bronze, Ø 59 mm, Medailleur: Jean Pierre Montagny (Privatsammlung).
Im Pariser Salon von 1834 präsentierte der Medailleur Jean Pierre Montagny diese Medaille auf Napoleons Überquerung des Grossen St. Bernhard-Passes im Jahr 1800. Als Vorlage für die Medaillenrückseite diente ihm dabei das Medaillon von Andrieu (siehe vorhergehende Medaille).

Macdonald und seine Armee im Bündnerland (1800)

Medaille auf Marschall Macdonald aus dem Jahr 1825. Kupfer, Ø 51 mm, Medailleur: Jacques-Augustin Dieudonné (Musée Carnavalet, Paris, Inv. Nr. ND377).

Jacques Étienne Joseph Alexandre Macdonald wurde am 17. November 1765 in Sedan/F geboren. Er war Abkömmling einer irischen Familie, welche sich in Frankreich niedergelassen hatte. In der Nordarmee dient er sich vom Unterleutnant zum Brigadegeneral hoch. 1796 wurde er zum Divisionsgeneral ernannt und erhielt 1798 den Oberbefehl über die in Rom stationierten französischen Truppen. 1799 befehligte Macdonald die Armee die Neapel eroberte. 1800 kommandierte er die «Armée des Grisons». Mit dieser zog er Anfang Dezember vom Bündnerland über den Splügenpass ins Veltlin. 1809 durchbrachen seine Truppen in der Schlacht von Wagram das gegnerische Zentrum. Macdonald erhielt auf dem Schlachtfeld den Marschallstab und wurde zum Herzog von Tarent erhoben.

Zwei Jahre kämpfte er in Katalonien, danach befehligte er während des Russlandfeldzugs den linken Flügel der Grossen Armee. Nach dem Sieg von Bautzen unterlag er 1813 in Leipzig. Macdonald blieb Napoleon bis zu dessen erster Abdankung an der Seite. Nach der Rückkehr von Louis XVIII. schloss er sich jedoch diesem an und hielt dem König auch während der Hundert Tage die Treue. Danach erhielt er das Kommando über die Loire-Armee. Nach der Julirevolution 1830 zog er sich ins Privatleben zurück. Marschall J. É. J. A. Macdonald starb am 24. September 1840 in Beaulieu-sur-Loire/F.

Desaix und sein Grabmal auf dem Grossen St. Bernhard (1805)

Medaille auf die Beisetzung General Desaix‘ auf dem Grossen St. Bernhard-Pass, Variante mit Kopf und Grabmal. Kupfer, Ø 26,6 mm, Medailleure: Nicolas Brenet und Jean Pierre Droz (Privatsammlung).
Zu Desaix‘ Beisetzung 1805 wurden auch Medaillen herausgegeben.

Louis-Charles-Antoine Desaix de Veygoux wurde am 17. August 1768 in Ayat-sur-Sioule im französischen Department Puy-de-Dôme geboren. Nach absolvierter Militärschule trat er 1783 als Unterleutnant in die Armee ein. Den Idealen der 1789 ausgebrochenen französischen Revolution folgte er begeistert. Er avancierte rasch und wurde im September 1794 bereits Divisionsgeneral. Im Ägyptenfeldzug 1798 zeichnete sich Desaix bei der Einnahme von Oberägypten aus und bewies viel Geschick bei der Verwaltung des eroberten Landes. Im Mai 1800 kehrte er wieder nach Frankreich zurück und begab sich von dort sogleich zur Italienarmee.

Als Divisionskommandant hatte Desaix an der Schlacht von Marengo am 14. Juni 1800 entscheidenden Anteil. Den Sieg vor Augen, erlitt er jedoch einen tödlichen Schuss in die Brust. Desaix wurde in Mailand beigesetzt. 1805 ehrte Napoleon seinen Weggefährten durch ein Grabmal im Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard-Pass. Desaix’ Leichnam wurde von Mailand auf den Pass transportiert und dort in der Kapelle zur letzten Ruhe gebettet. Im Namen Kaiser Napoleons setzte Marschall Berthier am 15. Juni 1805 den ersten Stein von Desaix‘ Grabmonument.

Medaille auf die Beisetzung General Desaixs auf dem Grossen St. Bernhard-Pass, Variante mit Text und Grabmal. Silber, Ø 26,8 mm, Medailleur: Nicolas Brenet (Privatsammlung).

Quellen und Literatur

Der Artikel basiert auf einem vom Autor dieses Beitrags herausgegebenen Katalog schweizerischer Militärmedaillen. Darin finden sich auch die detaillierten Quellenangaben.
Ackermann, René: Seinen tapferen Soehnen das dankbare Vaterland, Militärische Verdienst- und Gedenkmedaillen der Schweiz des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, Horw 2024.

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