Mannschaften
René Ackermann, veröffentlicht am 16.09.2025
Allgemeines
Als zweite Kopfbedeckung waren 1852 alle Soldaten und Unteroffiziere mit einer sogenannten «Feldmütze» ausgerüstet. Diese Mütze ähnelte von der Form her einem Briefumschlag. Sie wurde «Schnitz», «Schiffli» oder «Couvert» genannt. Mit dem Reglement von 1861 blieb die Feldmütze der Mannschaften unverändert. Der «Schnitz» der Ordonnanz 1852 bzw. 1861 wurde 1869 durch ein neues Modelle abgelöst
Der «Schnitz» bestand aus farbigem Tuch. Die Farben des Tuches und des Vorstosses entsprachen denjenigen der Uniform. Innen war die Mütze mit Leder gefüttert. Vorne war eine herabhängende Quaste von 6 cm Länge befestigt. Die Mütze war 16,8 cm hoch und wies eine obere Länge von 22,2 bis 24 cm auf. Bei einigen Truppengattungen befand sich vorne auf dem Schnitz ein kleines Stoffemblem.
A. Feldmützen der Soldaten und Unteroffiziere

Infanterie, Füsiliere
Farbe: dunkelblau.
Vorstoss: rot.
Quaste: rot.
Abzeichen: keines.
Infanterie, Jäger
Farbe: dunkelblau.
Vorstoss: rot.
Quaste: rot.
Abzeichen: Jagdhorn, rot.

Scharfschützen
Farbe: dunkelgrün.
Vorstoss: schwarz.
Quaste: schwarz.
Abzeichen: Jagdhorn, schwarz.

Kavallerie
Farbe: dunkelgrün.
Vorstoss: karmoisinrot.
Quaste: karmoisinrot.
Abzeichen: keines.
Artillerie
Farbe: dunkelblau.
Vorstoss: rot.
Quaste: rot.
Abzeichen: Granate, rot.
Genie
Farbe: dunkelblau.
Vorstoss: rot.
Quaste: rot.
Abzeichen: Granate, rot.
Ambulancen-Krankenwärter
Farbe: dunkelblau.
Vorstoss: kornblumenblau.
Quaste: kornblumenblau.
Abzeichen: keines.
B. «Käppi» der Ambulancen-Krankenwärter

Die Ambulancen-Krankenwärter trugen den oben beschriebenen «Schnitz» als zweite Kopfbedeckung. Als erste Kopfbedeckung verfügten sie, im Gegensatz zu allen anderen Truppen, nicht über einen Tschako, sondern über ein «Käppi». Im heutigen Sprachgebrauch wird diese Stoffmütze üblicherweise auch als «Feldmütze» bezeichnet. Dieses «Käppi» wurde bis 1861 beibehalten und danach durch den Tschako ersetzt. Es hatte eine konische Form, bestand aus gesteiftem, dunkelblauen Tuch und verfügte über einen ledernen Schirm. Eine eidgenössische Kokarde von 3,3 cm Durchmesser war mittels einer 6,6 cm langen und 3,5 mm breiten, weiss-wollenen Ganse und einem weissen Metallknopf befestigt. Unten besass das Käppi eine 2,4 cm breite, kornblumenblaue Einfassung aus Tuch. Innen war es mit Leder gefüttert. Das Käppi war vorne 12,3 cm und hinten 16,8 cm hoch. Der Deckel hatte einen Durchmesser von 14,4 cm. Beim abgebildeten Exemplar fehlt die rot-weisse, eidgenössische Kokarde (Foto K. C.)
Quellen und Literatur
- Reglement über die Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung des Bundesheeres, vom 27.08.1852.
- Abänderungen zum Reglement über die Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung des Bundesheeres vom 27. August 1852. Beschluss des Bundesrathes vom 17. Jänner 1861.
- Beschluss des schweizerischen Bundesrathes betreffend die Kopfbedeckung für die schweizerische Armee, vom 20. Januar 1869.
- Isler, Johann: Das Wehrwesen der Schweiz, I. Band, Die Wehrverfassungen vor 1907, Zürich 1914.
- Schweizer Kriegsgeschichte, Heft 12, Bern 1923.
- Burlet, Jürg: Geschichte der eidgenössischen Militäruniformen, 1852-1992, Egg 1992.
- Ackermann, René: Uniformen der Schweizer Armee 1852–1874, Eine Sammlung historischer Fotografien und Vorschriften, Horw 2023.
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