Waadt, Jäger zu Pferd

1839: Tschako eines Soldaten der Waadtländer Jäger zu Pferd

Steckbrief

Typ: Tschako.
Kanton: Waadt.
Ordonnanz: 30. Januar 1839.
Truppe: Jäger zu Pferd (Kavallerie).
Grad: Soldat.
Tragdauer: 1839 bis 1845.
Standort: Privatsammlung Westschweiz.

Beschreibung

Der Tschako hat vorne eine Höhe von 19 cm und hinten 21,5 cm. Der Deckeldurchmesser beträgt 18,5 cm (Fotos: www.1er-empire.com).
Das 2,8 cm breite, rote Band am oberen Hutrand ist typisch für die Waadtländer Jäger zu Pferd der 1840er Jahre.
Der rote Rosshaarbusch wird durch eine ebenfalls rote Posamentrie-Eichel zusammen gehalten. Das ganze steckt in einem roten Kugelpompon aus Wolle.
Die Kinnkette ist ein typisches Merkmal von Kopfbedeckungen berittener Truppen. Diese ist 52 cm lang und hinten sowie auf beiden Seiten mit je einem kleinen, mit einem Jagdhorndekor versehenen Haken befestigt. Auf der Rückseite des Tschakos befindet sich eine 13 cm hohe, halbmondförmige Lederabdeckung.
Sämtliche Garnituren bestehen aus Messing. Die Waadtländer Kokarde hat einen Durchmesser von 7 cm. Die rhombische Messingplakette zeigt ein Jagdhorn, das Abzeichen der Jäger zu Pferd. Sie ist 11,5 cm lang und 9 cm hoch. In ihrem Zentrum befindet sich die Zahl 1. Das bedeutet, dass es sich um einen Jäger der 1. Kompanie handelt.

Die Unterseite des Schirms ist grün lackiert. Das Futter hat sieben Zacken, sogenannte «Wolfszähne». Der lederne Kinnriemen wird mit einer Schnalle geschlossen.

Anmerkung

Der Kanton Waadt stellte in den 1840er Jahren vier Kavalleriekompanien zu je 64 Mann zum Bundesheer. Jede Kompanie bestand aus 1 Hauptmann, 1 Leutnant, 1 Unterleutnant, 1 Feldweibel, 1 Fourier, 2 Wachtmeistern, 6 Korporalen, 1 Pferdearzt, 1 Frater, 1 Hufschmied, 1 Sattler, 2 Trompetern und 45 Jägern.

Die Waadtländer Jäger zu Pferd erhielten mit der Uniformordonnanz vom 15. Dezember 1838 einen neuen, leichten, zylindrischen Tschako. Markanteste Merkmale dieser neuen Kopfbedeckung waren der, nicht mehr wie bisher schwarze, sondern nun rote Rosshaarbusch, das rote Band am oberen Hutrand und die metallene Ganse. Bereits am 30. Januar 1839 wurde der Tschako leicht modifiziert. Er besass nun auf seiner Hinterseite eine halbrund geformte, lederne Abdeckung. Am 8. Februar 1845 erhielten die Jäger dann bereits wieder einen neuen Tschako. Dieser war etwas niedriger und nun mit weissen Garnituren versehenen.

Quellen und Literatur

  • Loi sur l’organisation militaire du canton de Vaud, du 12 juin 1819.
  • Allgemeines Militär-Reglement für die Schweizerische Eidgenossenschaft, vom 20. August 1817, mit Ergänzungen bis zum 15. Februar 1841.
  • Petitmermet Roland, Rousselot Lucien: Schweizer Uniformen, Uniformes suisses, 1700-1850, Bern 1976, Tafeln 137/138.