Genf, Jäger zu Pferd

1840: Tschako eines Offiziers der Genfer Jäger zu Pferd

Steckbrief

Typ: Tschako.
Kanton: Genf.
Ordonnanz: 1840, evtl. bereits 1831.
Truppe: Jäger zu Pferd (Kavallerie).
Grad: Offizier.
Tragdauer: 1840 (evtl. bereits ab 1831) bis 1852.
Standort: Privatsammlung Westschweiz.

Beschreibung

Der Tschako hat vorne eine Höhe von 24,5 cm und hinten 29 cm. Der Deckeldurchmesser beträgt 19 cm. Sämtliche Masse dieses Offizierstschakos weichen von denjenigen des Reglements etwas ab (Fotos: www.1er-empire.com).
Der rote Rosshaarbusch wird durch eine ebenfalls rote Posamentrie-Eichel zusammen gehalten. Das ganze steckt in einem gelben Kugelpompon aus Wolle. Bezüglich dieses gelben Pompons findet sich keine reglementarische Vorschrift.
Die Tschakogarnitur besteht aus einer Kinnkette. Diese ist ein typisches Merkmal von Kopfbedeckungen berittener Truppen. Sie ist hinten und auf beiden Seiten mit je einem kleinen Löwenkopf befestigt.
Sämtliche Garnituren sind versilbert. Die Ganse ist 13 cm lang und 3 cm breit. Die Genfer Kokarde hat einen Durchmesser von 7 cm. Das 4,5 cm breite, silberne Band am oberen Hutrand bezeichnet einen Offizierstschako.
Die Unterseite des 6 cm breiten Schirms ist grün lackiert. Das Futter hat sieben Zacken, sogenannte «Wolfszähne». Der lederne Kinnriemen wird mit einem Doppelknopf geschlossen.
Die Herstelleretikette ist bezeichnet mit: «LAURET / PLACE DE BEL-AIR / Chapellerie / et Fournitures / Militaires. / GENEVE.»

Anmerkung

Genf hatte ab 1817 eine halbe Kavalleriekompanie zu 32 Mann für den Bundesauszug bereit zu halten. 1841 erhöhte der Kanton dann die Anzahl der Kavalleristen auf eine ganze Kompanie. Diese Kompanie Jäger zu Pferd hatte einen Bestand von 64 Mann. Sie setzte sich zusammen aus 1 Hauptmann, 1 Leutnant, 1 Unterleutnant, 1 Feldweibel, 1 Fourier, 2 Wachtmeistern, 6 Korporalen, 1 Pferdearzt, 1 Frater, 1 Hufschmied, 1 Sattler, 3 Trompetern und 44 Jägern.

Möglicherweise wurde dieser Tschako bereits ab 1831 durch die Genfer Jäger zu Pferd getragen. Es bestand damals die feste Absicht, für die Kavallerie eine neue Kopfbedeckung einzuführen. Allerdings findet sich kein entsprechender Regierungsbeschluss. Im 1840 erlassenen «Règlement du Conseil d’Etat sur l’Armement, l’Equipement et l’Habillement de la Milice, du 10 février 1840» ist der Tschako dann detailliert beschrieben. Der Text des Reglements bezieht sich dabei einzig auf den Mannschaftstschako.

«Tschako in zylindrischer Form, hintere Höhe 9,5 Zoll (25,65 cm), vordere Höhe 9 Zoll (24,3 cm), Deckel von 6,5 Zoll (17,55 cm) Durchmesser, umrandet von einem dunkelroten Band, gerader Augenschirm, Ganse aus geprägtem Weissmetall, 5 Zoll 3 Linien (14,175 cm) lang und 15 Linien (2,36 cm) breit, endet in einem Knopf, der das Zentrum der Kokarde deckt; die Garnitur besteht aus einer Kinnkette von 20 Zoll (54 cm) Länge, mit Kinnketten-Knöpfen in Löwenkopfform, hinten oben am Deckelrand angehängt an einem kleinen Löwenkopf.» (Übersetzung: Autor).

Bezüglich des oben auf dem Tschako befindlichen Busches/Pompons besagt das Reglement von 1840, dass die Kavalleristen einen dunkelroten Pompon mit einem Busch aus dunkelroten Rosshaaren zu tragen hatten.

Quellen und Literatur

  • Règlement du Conseil d’Etat sur l’Armement, l’Equipement et l’Habillement de la Milice, du 10 février 1840.
  • Dunant Jean: La compagnie de contingent (fédéral) et la demi-compagnie de la réserve (cantonale) des chasseurs à cheval genvois (1819-1850), in: Le Brécaillon, Bulletin de l’Association du Musée Militaire Genevois, Nr. 23, Décembre 2002, S. 2-71.
  • Dunant Jean: Historique du corps des chasseurs à cheval genvois (1819-1850), in: Le Brécaillon, Bulletin de l’Association du Musée Militaire Genevois, Nr. 24, Décembre 2003, S. 2-71.