Sterne, Samt und Schnörkel

Einführung

Mit dem Bundesgesetz betreffend einige Abänderungen in der Bekleidung und Ausrüstung des Bundesheeres vom 21. Dezember 1867, fand das Tragen von Epauletten durch die Offiziere der Schweizer Armee ein Ende. Denn diese pompösen Schulterdekorationen wurden schon seit längerem als unzweckmässig und kostspielig empfundenen. Als Ersatz wünschte man sich Achselbriden, wie sie die amerikanische Armee trug. Im April 1868 beschloss der Bundesrat deshalb, dass Briden als neue Offiziers-Gradabzeichen dienen sollten.

Definiert wurde das Aussehen und die Tragart dieser Briden in den Abänderungen zum Bekleidungsreglement vom 27. April 1868 (Ord. 1868), im Bekleidungsreglement vom 24. Mai 1875, sowie in den Spezialbestimmungen vom 1. März 1878 (Ord. 1875/78).

1868 lösten die Achselbriden die Epauletten der Offiziere ab (Foto S. B.)

Aussehen und Masse der Briden

Die Achselbriden besassen einen «metallenen» Rahmen. Korrespondierend mit der Farbe der Uniformknöpfe, war dieses «Metallband» silbern oder vergoldet. Im Innern des Rahmens befand sich der sogenannte «Ausschnitt». Dieser bestand aus farbigem Tuch oder Samt. Aussen um den Rahmen ging der Vorstoss, der sogenannte «Passepoil». Dieser wurde durch die, aus farbigem Tuch bestehende Bridenunterlage gebildet. Die Unterlage war etwas grösser als der Rahmen gefertigt. Die Briden wurden quer über die Achsel getragen und mittels zweier Haken so befestigt, dass sie 1 cm von der Ärmelnaht entfernt zu liegen kamen. Dazu wurden sämtliche Oberkleider der Offiziere mit Bridenhaltern versehen, die von gleichem Stoffe waren wie das betreffende Kleidungsstück.

Die Briden der «subalternen» Offiziere, also der Leutnants, Oberleutnants und Hauptleute waren anfänglich 115, ab 1875/78 102 mm lang und 36 mm breit. Die Briden der «höheren» Offiziere, also der Majore, Oberstleutnants und Obersten waren etwas grösser, nämlich 120, ab 1875/78 117 mm, lang und 38,55, ab 1875/78 39 mm breit. In den Spezialbestimmungen von 1878 ist festgehalten, dass sich diese Massangaben, zumindest ab diesem Zeitpunkt, auf den metallenen Rahmen bezogen. Die Breite des Rahmens betrug für subalterne 9 mm und für höhere Offiziere 10,25 mm. Der Passepoil stand ringsum 1,5 mm vor.

Auf dem inneren, «achteckigen» Ausschnitt waren 13 mm breite Sterne angebracht. Diese hatten ein silbernes eidgenössisches Kreuz aufzuweisen. Die Farbe der acht Strahlen der Sterne entsprach derjenigen des Rahmens, war also golden oder silbern. Allerdings zeigen Realstücke, dass das eigentlich silberne Kreuz öfters auch mal golden war. Was die Massangaben der Briden betraf, war oft der Wunsch der Vater des Gedankens.

Die Anzahl der Sterne und das Dekor des metallenen Rahmens der Briden variierten je nach Grad. Unterleutnants, ab 1874 als Leutnants bezeichnet, trugen einen Stern, Oberleutnants zwei Sterne und Hauptleute drei Sterne. Der Rahmen ihrer Briden war schlicht, besass gerade Linien und abgeschrägte, sogenannte «gebrochene» Ecken. Bei den höheren Offizieren war der Rahmen an beiden Enden mit Schnörkeln verziert. Die Art und Anzahl ihrer Sterne war gleich wie bei den Subalternen. Majore trugen einen Stern, Oberstleutnants zwei Sterne und Obersten drei Sterne. Adjutant-Unteroffiziere erhielten die gleiche Auszeichnung wie die Subalternoffiziere, allerdings ohne Sterne.

In der Regel wurden, um Geld zu sparen, die Briden bei den Karriereschritten ihres Trägers «mitbefördert». Aus einer Leutnantsbride wurde so durch Umstecken des mittigen Sterns und Hinzufügen eines zweiten Sterns eine Oberleutnantsbride. Für eine Hauptmannsbride wurde dann wieder ein mittiger Stern hinzu gefügt. Auch eine Zweitverwendung der Briden war gang und gäbe. Benötigte ein Offizier seine Briden nicht mehr, gab er sie weiter oder verkaufte sie. Aus einem Hauptmann konnte dann durch Umstecken/Entfernen der Sterne wieder ein Leutnant oder ein Oberleutnant werden. Deshalb finden sich oft Briden mit anscheinend «fehlenden» oder auch ungleich ergänzten Sternen.

Mit dem Bekleidungsreglement von 1898 wurden die Briden abgeschafft. Als neue Gradabzeichen für die Offiziere dienten nun längs der Schulter getragene Achselklappen. Diese bestanden aus versteifter Leinwand und waren mit Tuch in der Farbe des Vorstosses der Uniform bezogen. Auf der Oberseite waren Gold- oder Silbertresen angebracht. Diese trugen, je nach Grad, einen bis drei Sterne in der jeweils konträren Metallfarbe. Die Unterscheidung zwischen subalternen Offizieren und Stabsoffizieren erfolgte auf dieselbe Art wie schon bei den Briden. Sublaterne Offiziere trugen Achselklappen mit geraden Linien, diejenigen der Stabsoffiziere waren mit Schnörkeln geschmückt.

Anbieter der Briden

1868 konkurrierten verschiedene Firmen als Anbieter der neuen Achselbriden. Als erstes Ordonnanzmodell wurden solche nach System Fries zugelassen. Bridenmodelle anderer Firmen wurden, sofern sie in Aussehen und Massen den Vorschriften entsprachen, von der Militärverwaltung ebenfalls akzeptiert. In der Regel unterschieden sich die Briden der unterschiedlichen Anbieter bloss in der Art des Metallrahmens. Allerdings wurden auch, obwohl eigentlich nicht der Ordonnanz entsprechend, Briden angeboten, die nicht mittels Haken an der Uniform befestigt wurden, sondern aufgenäht werden mussten.

Der metallene Rahmen bestand entweder aus gestanztem Drahtgeflecht nach System Fries, oder aus gestanztem, mit dem Bilde des Drahtgeflechtes geschmücktem Metallblech nach System Meyer. Das System Fries wurde 1868 als Ordonnanzmodell bezeichnet. Das System Meyer wurde 1877 als weiteres Ordonnanzmodell zugelassen. Neben diesen Briden mit «abnehmbaren» Rahmen, existierten auch Ausführungen mit gesticktem Dekor oder aufgenähten Metallbändern. Eine solche Posamentrie-Variante bot ab 1868 die Firma Lauterburg an. Daneben existierten auch luxuriöse Varianten aus gewobenem, bzw. gesticktem Metalldraht, die teilweise auch noch mit Pailletten besetzt waren. Die Existenz solcher inoffiziellen Bridenmodelle belegt, dass deren Tragen zumindest geduldet war.

Briden der Ord. 1868 nach System Fries (Foto S. B.)
Der Rahmen bestand aus gestanztem Metallgeflecht und war recht fragil. Es war mittels Drahtstiften auf der Stoffunterlage fixiert. Wenn die Briden einmal gereinigt werden mussten, konnte der Metallrahmen entfernt werden und das Geflecht in einem chemischen Bad wieder zum glänzen gebracht werden. Die Firma Fries bot einen entsprechenden Reinigungsservice an.
Briden der Ord. 1875/78 nach System Meyer (Foto S. B.)
Diese Briden kamen erst 1877 auf den Markt. Solche, nach System Meyer gefertigte Briden müssen als «nach 1877» datiert werden. Sie erwiesen sich als stabiler als diejenigen des Systems Fries. Sie bestanden aus Metallblech, in das ein Drahtgeflechtmuster geprägt war. Um das relativ dünne Blech zu stabilisieren, wurde es rückseitig mit Blei ausgegossen. Auch der Rahmen dieser Briden war abnehmbar, liess sich also bei Bedarf relativ einfach reinigen.
Briden der Ord. 1868 und 1875/78, Posamentrie-Variante (Foto S. B.)
Der Rahmen dieser Briden wurde als Posamentriearbeit gefertigt. Er bestand aus Metallkordeln und Streifen von Metallgewebe, sogenannter gewobener Litze.

Als Hersteller und/oder Lieferanten der Briden signierten u. a. folgende Firmen auf den rückseitigen Haken:

  • «Diebold & Fils, Zürich», auch «J. Diebold & Fils, Zürich».
  • «H. Fries» (Goldschmied in Zürich, ab 1868 Hersteller der Ordonnanzbriden nach System Fries).
  • «Jos. Giger, Bern» (Huthandlung, bot Briden von «Meier, Dänikon» an).
  • «J. J. Güller, Hüttikon» (Gravier- und Prägeanstalt).
  • «J. Guilloud, Zürich» (bot 1868 Briden aus Metallgeflecht nach System Fries an).
  • «Herzig, Aarau» (bot Briden nach System Meier an).
  • «Küpfer, Bern», auch «Küpfer» (Hutfabrik, bot Briden von «Meier, Dänikon» an).
  • «B. Lenzinger-Jeker, Bern» (bot 1868 Briden aus Metallgeflecht nach System Fries an).
  • «Lauterburg» (A. Lauterburg & Sohn, Bern, bot 1868 ein zum Tragen bewilligtes Bridenmodell mit Posamentrie-Rahmen an, später auch Briden nach System Fries).
  • «Meier, Horgen, auch «Meier» (siehe «Meier, Dänikon»).
  • «Meier, Dänikon» (auch J. Meyer geschrieben, Graveur, Prägeanstalt, Knopffabrik, ab 1877 Hersteller von Ordonnanzbriden nach System Meyer, ab 1883 in Horgen, ab 1889 Inhaber G. Meyer).
  • «Mohr & Speyer, Berne», auch «Mohr & Speyer, Bern».
  • «J. Pfister Pelletier, Aarau».
  • «C. Piaget, Iverdun» (Charles Piaget, Yverdon, Bekleidung und Pelze).
  • «L. Rochat, Lausanne» (bot Briden mit Posamentrierahmen an).
  • «Schweiz. Uniformfabrik, Bern», auch «Schweiz. Uniformenfabrik, Bern».
  • «J. Siebenmann, Aarau» (Marchand-Tailleur, Uniformen & Ausrüstungsgegenstände für Offiziere).
  • «Stapfer, Horgen», auch «Stapfer» (G. Stapfer, Bijoutier, Fabrikation und Verkauf von Briden).

Liste der Briden

  • Die folgende Auflistung der Briden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  • Gemäss der bis 1874 geltenden Militärorganisation vom 8. Mai 1850, existierten bei den Truppenoffizieren nur die Grade Unterleutnant bis Hauptmann. Einzig die Infanterie kannte zusätzlich noch den Major und den «Kommandanten» (Oberstleutnant). Adjutant-Unteroffiziere gab es nur bei der Infanterie und der Artillerie. Im eidgenössischen Stab hingegen, waren alle Grade, vom Unterleutnant bis zum Oberst vertreten.
  • Ob mit der neuen Militärorganisation vom 13. November 1874 bei jeder Waffengattung alle Stabsoffiziersgrade bis hin zum Oberst existierten, ist nicht gesichert. Das muss im Einzelfall geprüft werden.

1868-1874

(Rahmen nach System Fries, sowie Posamentrie-Rahmen)

I. Goldener Rahmen mit Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 120 mm, Ord. 1868

a) Schwarzer Samtausschnitt, blauer Vorstoss (ohne Abbildung).
Kommissariatsstab, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874.

b) Schwarzer Samtausschnitt, brauner Vorstoss (ohne Abbildung).
Geniestab, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874, von Oberstleutnant und Oberst auch noch danach.

c) Schwarzer Samtausschnitt, hochroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Artilleriestab, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874, aber auch noch danach.
Anmerkung: 1868 trug die Artillerie hochrote, ab 1875 scharlachrote Vorstösse. Diese Unterscheidung der Farbnuancen bestand wohl nur auf dem Papier.

d) Schwarzer Samtausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (Foto B. A.)
Generalstab, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874, aber auch noch danach.

e) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanitätsstab, Medizinalpersonal, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874.

II. Goldener Rahmen mit Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 120 mm, Ord. 1868

a) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Scharfschützen, Major, getragen von 1871 bis 1874, und auch noch danach.
Anmerkung: Erst im Jahr 1871 kam es zur Bildung von Schützenbataillonen. Kommandiert wurden diese durch Majore.

III. Goldener Rahmen ohne Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 115 mm, Ord. 1868

a) Grüner Samtausschnitt, grüner Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanitätsstab, Apothekerpersonal, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

b) Schwarzer Samtausschnitt, blauer Vorstoss (ohne Abbildung).
Kommissariatsstab, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

c) Schwarzer Samtausschnitt, brauner Vorstoss (ohne Abbildung).
Geniestab, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

d) Schwarzer Samtausschnitt, hochroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Artilleriestab, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

e) Schwarzer Samtausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Generalstab, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874, von Hauptleuten auch noch danach.

f) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanität, Korpsärzte, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.
+
Sanitätsstab, Medizinalpersonal, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

IV. Goldener Rahmen ohne Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 115 mm, Ord. 1868

a) Brauner Tuchausschnitt, hochroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Genie, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

b) Schwarzer Tuchausschnitt, hochroter Vorstoss (Foto S. B.)
Artillerie, Unterleutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1868 bis 1874, und auch danach.
c) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto S. B.)
Scharfschützen, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874, und auch danach.

V. Silberner Rahmen mit Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 120 mm, Ord. 1868

a) Schwarzer Samtausschnitt, oranger Vorstoss (ohne Abbildung).
Justizstab, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874.

b) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto K. C.)
Sanitätsstab, Veterinärpersonal, Major bis Oberst, getragen von 1868 bis 1874.

VI. Silberner Rahmen mit Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 120 mm, Ord. 1868

a) Blauer Tuchausschnitt, hochroter Vorstoss (Foto S. B.)
Infanterie (Füsiliere und Jäger), Major und «Kommandant» (Oberstleutnant), getragen von 1868 bis 1874, von Majoren auch noch danach.
Anmerkung: 1868 trug die Infanterie hochrote, ab 1875 scharlachrote Vorstösse. Diese Unterscheidung der Farbnuancen bestand wohl nur auf dem Papier.
Variante mit Rahmen aus gewobener Litze mit Paillettendekor (Foto S. B.)

VII. Silberner Rahmen ohne Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 115 mm, Ord. 1868

a) Schwarzer Samtausschnitt, oranger Vorstoss (ohne Abbildung).
Justizstab, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

b) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanität, Korps-Pferdeärzte, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.
+
Sanitätsstab, Veterinärpersonal, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874.

VIII. Silberner Rahmen ohne Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 115 mm, Ord. 1868

a) Blauer Tuchausschnitt, hochroter Vorstoss (Foto S. B.)
Infanterie (Füsiliere und Jäger), Unterleutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1868 bis 1874, und auch danach noch.

b) Karmoisinroter Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Kavallerie, Dragoner, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874, und auch danach.

c) Schwarzer Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Kavallerie, Guiden, Unterleutnant bis Hauptmann, getragen von 1868 bis 1874, und auch danach.

1874-1898

(nach 1877 verdrängten die Rahmen nach System Meyer zunehmend die anderen Varianten)

I. Goldener Rahmen mit Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 117 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Samtausschnitt, brauner Vorstoss (ohne Abbildung).
Genie, Oberstleutnant und Oberst, getragen von 1875/78 bis 1886.
+
Genie, Major, getragen von 1880 bis 1886.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden aller Stabsoffiziere des Genie ein Ausschnitt aus schwarzem Samt vorgeschrieben. Die Briden der Genie-Majore besassen bis dahin einen Ausschnitt aus Tuch.

b) Schwarzer Samtausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (Foto K. C.)
Generalstab, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1898.
+
Infanterie (Füsiliere und Schützen), Oberstleutnant und Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Ab 1874 galten die Schützen nicht mehr als eigene Waffengattung, sondern zählten zur Infanterie. Oberstleutnants und Obersten wurden nicht mehr als Schützen-, sondern als Infanterie-Oberstleutnants bzw. -Obersten bezeichnet.
c) Schwarzer Samtausschnitt, scharlachroter Vorstoss (Foto K. C.)
Artillerie, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1898.
+
Infanterie (Füsiliere und Schützen), Oberstleutnant und Oberst, getragen von 1880 bis 1898.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden der Oberstleutnants und Obersten der Infanterie ein scharlachroter Vorstoss vorgeschrieben.
d) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto K. C.)
Genie, Major bis Oberst, getragen von 1886 bis 1898.
Anmerkung: Ab dem 2. November 1886 trugen alle Genieoffiziere nicht mehr einen braunen, sondern einen schwarzen Bridenvorstoss. Diese Anpassung wurde notwendig, da zwei Monate zuvor schon die Farbe des Pompons auf dem Tschako der Genietruppen von braun zu schwarz geändert wurde.
+
Sanität (Medizinalpersonal), Major bis Oberst, getragen von 1880 bis 1898.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden aller Stabsoffiziere der Sanität ein schwarzer Ausschnitt aus Samt vorgeschrieben.

II. Goldener Rahmen mit Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 117 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Tuchausschnitt, brauner Vorstoss (ohne Abbildung).
Genie, Major, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Majore des Genie einen Ausschnitt aus schwarzem Tuch.

b) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanität (Medizinalpersonal), Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Stabsoffiziere der Sanität einen Ausschnitt aus schwarzem Tuch.
+
Schützen, Major, getragen von 1875/78 bis 1898.

III. Goldener Rahmen ohne Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 102 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Samtausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (Foto K. C.)
Generalstab, Hauptmann, sowie Stabssekretäre (Adjutant-Unteroffizier und Leutnant), getragen von 1875/78 bis 1898.
Anmerkung: Stabssekretäre besassen den Grad eines Adjutant-Unteroffiziers. Sie konnten höchstens zu Leutnants befördert werden (MO 1874, Art 69).

IV. Goldener Rahmen ohne Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 102 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Tuchausschnitt, brauner Vorstoss (Foto K. C.)
Genie, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1886.

b) Schwarzer Tuchausschnitt, hellblauer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanität, Apothekerpersonal, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1898.

c) Schwarzer Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Radfahrer, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1892 bis 1898.

d) Schwarzer Tuchausschnitt, scharlachroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Artillerie, Leutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1875/78 bis 1898.

e) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto S. B.)
Genie, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1886 bis 1898.
Anmerkung: Ab dem 2. November 1886 trugen alle Genieoffiziere nicht mehr einen braunen, sondern einen schwarzen Bridenvorstoss. Diese Anpassung wurde notwendig, da zwei Monate zuvor schon die Farbe des Pompons auf dem Tschako der Genietruppen von braun zu schwarz geändert wurde.
+
Infanterie, Schützen, Leutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1875/78 bis 1898.
Anmerkung: Ab 1874 galten die Schützen nicht mehr als eigene Waffengattung, sondern zählten zur Infanterie.
+
Sanität (Medizinalpersonal), Oberleutnant und Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1898.
Anmerkung: Gemäss der Militärorganisation von 1874, Art. 46, traten Ärzte mit dem Grad eines Oberleutnants in die Armee ein. Folglich kamen keine Ärzte mit Leutnantsrang vor.

V. Silberner Rahmen mit Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 117 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Samtausschnitt, grüner Vorstoss (Foto S. B.)
Verwaltung, Major bis Oberst, getragen von 1880 bis 1898.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden aller Stabsoffiziere der Verwaltung ein Ausschnitt aus schwarzem Samt vorgeschrieben.
b) Schwarzer Samtausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (Foto B. A.)
Kavallerie (Dragoner und Guiden), Major bis Oberst, getragen von 1880 bis 1883, bzw. an der Arbeitsbluse bis 1898. Die Sterne müssten eigentlich silbern sein.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden aller Stabsoffiziere der Kavallerie ein Ausschnitt aus schwarzem Samt vorgeschrieben. Eine Unterscheidung zwischen Dragoner- und Guiden-Stabsoffizieren war somit nicht mehr möglich.
c) Schwarzer Samtausschnitt, orange-gelber Vorstoss (Foto S. B.)
Justizoffiziere, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1898.
d) Schwarzer Samtausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto K. C.)
Sanität (Veterinärpersonal), Major bis Oberst, getragen von 1880 bis 1898.
Anmerkung: Mit Verfügung vom 24. Juni 1880 wurde für die Briden aller Stabsoffiziere der Sanität ein Ausschnitt aus schwarzem Samt vorgeschrieben.

e) Schwarzer Samtausschnitt, weisser Vorstoss (ohne Abbildung).
Feldpostfunktionäre, Major und Oberstleutnant, getragen von 1894 bis 1898.

VI. Silberner Rahmen mit Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 117 mm, Ord. 1875/78

a) Blauer Tuchausschnitt, scharlachroter Vorstoss (Foto S. B.)
Infanterie, Füsiliere, Major, getragen von 1875/78 bis 1898.

b) Grüner Tuchausschnitt, grüner Vorstoss (ohne Abbildung).
Verwaltung, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Stabsoffiziere der Verwaltung einen Ausschnitt aus grünem Tuch.

c) Karmoisinroter Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Kavallerie, Dragoner, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Stabsoffiziere der Dragoner einen Ausschnitt aus schwarzem Tuch.

d) Schwarzer Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Kavallerie, Guiden, Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Stabsoffiziere der Guiden einen Ausschnitt aus schwarzem Tuch.

e) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (ohne Abbildung).
Sanität (Veterinärpersonal), Major bis Oberst, getragen von 1875/78 bis 1880.
Anmerkung: Bis 1880 trugen die Stabsoffiziere der Sanität einen Ausschnitt aus schwarzem Tuch.

VII. Silberner Rahmen ohne Dekor, Samtausschnitt, Rahmenlänge 102 mm, Ord. 1875/78

a) Schwarzer Samtausschnitt, orange-gelber Vorstoss (Foto K. C.)
Justizoffiziere, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1898.

VIII. Silberner Rahmen ohne Dekor, Tuchausschnitt, Rahmenlänge 102 mm, Ord. 1875/78

a) Blauer Tuchausschnitt, scharlachroter Vorstoss (Foto S. B.)
Infanterie, Füsiliere, Leutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1875/78 bis 1898.

b) Dunkelblauer Tuchausschnitt, weisser Vorstoss (ohne Abbildung).
Feldpostfunktionäre, Leutnant bis Hauptmann, sowie Adjutant-Unteroffizier, getragen von 1894 bis 1898.

c) Grüner Tuchausschnitt, grüner Vorstoss (Foto K. C.)
Verwaltung, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1898.
Variante mit Rahmen nach System Fries (Foto S. B.)

d) Karmoisinroter Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (ohne Abbildung).
Kavallerie, Dragoner, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1883, bzw. an der Arbeitsbluse bis 1898.

e) Schwarzer Tuchausschnitt, karmoisinroter Vorstoss (Foto K. C.)
Kavallerie, Guiden, Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1883, bzw. an der Arbeitsbluse bis 1898.
f) Schwarzer Tuchausschnitt, scharlachroter Vorstoss (Foto S. B.)
Unbekannt, Leutnant bis Hauptmann.
Anmerkung: Zu dieser relativ häufig vorkommenden Farbkombination konnten bisher noch keine Unterlagen beigebracht werden.
g) Schwarzer Tuchausschnitt, schwarzer Vorstoss (Foto S. B.)
Sanität (Veterinärpersonal), Leutnant bis Hauptmann, getragen von 1875/78 bis 1898.

Quellen und Literatur

  • Militärorganisation der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vom 8. Mai 1850.
  • Bundesgesetz betreffend einige Abänderungen in der Bekleidung und Ausrüstung des Bundesheeres, vom 21. Dezember 1867.
  • Kreisschreiben des eidgen. Militärdepartements an die Militärbehörden der Kantone, vom 13. Februar 1868.
  • Abänderungen zum Bekleidungsreglement, Beschluss des Bundesrates vom 27. April 1868.
  • Militärorganisation der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vom 13. November 1874.
  • Bekleidungsreglement für die schweizerische Armee, Beschluss des Bundesrates vom 24. Mai 1875.
  • Spezialbestimmungen zum Reglement vom 24. Mai 1875, Abschnitt Bekleidung und Bewaffnung für Offiziere der schweiz. Armee, genehmigt vom schweiz. Bundesrate den 1. März 1878.
  • Schwarzer Samtausschnitt für die Briden der Oberoffiziere der Armee [genauer Titel unbekannt], Verfügung vom 24. Juni 1880.
  • Änderungen am Bekleidungsreglement, vom 2. November 1886.
  • Uniformierung des Radfahrer-Offiziers, Bundesratsbeschluss vom 25. Oktober 1892.
  • Verordnung betreffend die Feldpost, vom Bundesrat erlassen den 31. Juli 1894.
  • Ackermann, René: Uniformen der Schweizer Armee 1852–1874, Eine Sammlung historischer Fotografien und Vorschriften, Horw 2023.

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